Disziplinen, Wissenswertes

Der Zehnkampf

31. Mai 2009 | David May

Zehnkampf @ wiki

Nicht umsonst wird dieser ganz besondere Wettbewerb auch als „Königsdisziplin“ der Leichtathletik bezeichnet. Der Zehnkampf verlangt den Athleten mit seinen verschiedenen Einzeldisziplinen, die in drei Wurf-, vier Lauf- und drei Sprungwettkämpfe aufgeteilt sind, alles ab und bringt selbst Profisportler an ihre Grenzen.

Vorgänger des modernen Zehnkampfes ist der Pentathlon (Fünfkampf), der bereits im alten Griechenland fest zum Programm der Olympischen Spiele gehörte und auch im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es auf nationaler und internationaler Ebene immer wieder Mehrkämpfe mir Leichtathletikdisziplinen. 1904 gab es bei den Olympischen Spielen in St. Louis einen Vielseitigkeits-Zehnkampf, der dem heutigen, modernen Zehnkampf in punkto Disziplinen und Reihenfolge schon recht nahe kam.

Der erste moderne Zehnkampf fand 1911 zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1912 in Stockholm statt, wobei der Wettkampf aufgrund der unerwartet hohen Teilnehmerzahl nicht an den sonst üblichen zwei, sondern an drei Tagen ausgetragen wurde. Schon seit diesen Spielen gelten die Zehnkämpfer als „Könige der Athleten“, da in dieser Disziplin neben Kraft (auch Willenskraft), Schnelligkeit, Koordinationsvermögen und Geschick vor allem Durchhaltevermögen und Kondition gefragt ist.

Der Zehnkampf wird normalerweise an zwei aufeinander folgenden Tagen ausgetragen. Am ersten Tag stehen der 100 Meter-Lauf, der Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und ein 400-Meter-Lauf auf dem Programm. An Tag zwei sich müssen die Athleten beim 110 Meter-Hürdenlauf, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und beim 1500 Meter-Lauf beweisen. Solch ein Wettkampf verlangt den Sportlern also sowohl physisch als auch psychisch einiges ab, weshalb man bei diesem Sport auch immer wieder Zeuge tragischer aber auch legendärer Augenblicke werden kann. So kommt es immer wieder vor, dass Athleten völlig erschöpft aufgeben müssen oder sich eben doch noch mit letzter Kraft bei der letzten Disziplin, dem 1500 Meter-Lauf, über die Ziellinie schleppen.

Bewertet werden alle einzelnen Disziplinen des Zehnkampfes nach einem eigenen Punktesystem, dass sich am Weltrekord in der jeweiligen Einzeldisziplin richtet, der mit ca. 1200 Punkten bewertet wird. Unter Zusammenrechnung aller erreichten Punkte wird dann das Gesamtergebnis der einzelnen Sportler ermittelt. Tritt ein Athlet bei einer Disziplin aus irgendeinem Grund nicht an, wird er vom gesamten Wettkampf disqualifiziert, während er bei einer Disqualifikation in einem Einzelwettkampf weiter antreten darf. Die Regeln im Hinblick auf die Einzeldisziplinen folgen dem entsprechenden Reglement.

Der Zehnkampf ist bis heute neben dem 110 Meter-Hürdenlauf und 50 Kilometer-Gehen eine der wenigen reinen Männerdomänen. Für Frauen gibt es ersatzweise den olympischen Siebenkampf. Das hindert die Frauen jedoch nicht daran, auch auf internationaler Ebene Zehnkämpfe auszutragen, wobei auch ihre Weltrekorde seit 2005 von der IAAF gelistet werden.

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