Disziplinen, Wissenswertes
Der Weitsprung
27. März 2009 | David May
Weitsprung @ wiki
Wirft man heutzutage einen Blick auf internationale Weitsprungwettbewerbe, ist man immer wieder erstaunt, angesichts der unfassbaren Leistungen des – trainierten – menschlichen Körpers. Dabei sind die grundlegenden Regeln und Gesetze dieser antiken Leichtathletikdisziplin seit Urzeiten die gleichen: Je weiter, desto besser.
Schon bei den alten Griechen war der Weitsprung fester Bestandteil ihrer sportlichen Wettkämpfe, wobei es sich damals wahrscheinlich zumeist um so genannte Standweitsprünge gehandelt hat, bei denen die Athleten zur Erhöhung der Schwungkraft Gewichte in den Händen hielten.
Die Prinzipien des Weitsprungs haben sich allerdings kaum geändert: Es geht darum, möglichst exakt bei einer Markierung abzuspringen und so weit wie möglich von diesem Absprungpunkt entfernt in einer Sandgrube zu landen. Wichtig ist dabei vor allem auch die richtige Landetechnik, da der Körperabdruck, der der Absprungslinie am nächsten kommt gemessen wird, was sich bei einem Fall nach hinten negativ auswirkt. Seit 1896, also von Beginn an, gehörte der Weitsprung zum festen Programm der Olympischen Spiele, wobei diese Disziplin bei den Frauen erst 1948 in London mit eingebunden wurde.
Heute nehmen die Athleten beim Weitsprung einen individuell verschiedenen Anlauf von 30 bis 50 Metern, wobei aus dem Hochstart gestartet wird und die Geschwindigkeit bis zum Absprung möglichst kontinuierlich gesteigert wird, um möglichst viel Schwung zu erreichen. Abgesprungen wird von einem in den Boden eingelassen Balken aus – jeder Schritt darüber wird als Fehlversuch geahndet – in eine mindestens 10 Meter lange Sandgrube. Ob der Athlet bei seinem Weitsprung übergetreten ist, lässt sich mittels eines Einlegebretts mit Plastilin erkennen, in dem jeder Abdruck und damit jedes Übertreten erkennbar ist.
Jeder Springer hat zunächst drei Versuche, wobei sich die besten acht von ihnen für das Finale qualifizieren und ihr Können wiederum bei drei Sprüngen unter Beweis stellen dürfen. Nach Freigabe des Kampfrichters muss der Sprung innerhalb von 60 Sekunden erfolgen, ansonsten wird er als ungültig erklärt. Sollte es zu einem Gleichstand unter den ersten beiden Springern kommen, entscheidet ein Stechen über den Gewinner.
Die besten männlichen Springer erreichen heutzutage Weiten von über acht Metern, bei den besten Frauen liegt dieser Wert bei über sieben Metern. Beim klassischen Weitsprung handelt es sich um eine Einzeldisziplin, wobei er auch Teil des Siebenkampfes der Frauen und des Zehnkampfes der Männer ist. Eine Abwandlung des Weitsprungs und ebenfalls eine beliebte Disziplin in der Leichtathletik ist der Dreisprung, bei dem drei Sprünge direkt nacheinander ausgeführt werden.
Erfolgreicher Weitsprung setzt vor allem Schnelligkeit und Sprungkraft aber auch Beweglichkeit und vor allem sehr viel Training voraus, da jede einzelne der Phasen beim Weitsprung über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.


