Disziplinen, Wissenswertes

Der Stabhochsprung

11. Juni 2009 | Leichtathletik-in.de

Stabhochsprung @ wiki

Noch höher als beim klassischen Hochsprung geht es beim Stabhochsprung hinaus, dabei werden unter Profisportlern bei den Herren unfassbare Höhen von über 6 Meter, bei den Damen über 4,8 Meter erreicht. Doch es bedarf spezieller Technik, bevor man in den Genuss solcher Höhenluft kommt.

Die Geschichte des Stabhochsprungs lässt sich sehr weit zurückverfolgen. Schon die alten Griechen sollen Stäbe benutzt haben, um Hindernisse wie Hecken oder Gräben zu überwinden und auch andere Völker griffen nachweislich auf diese Methode zurück. Dabei schien diese Disziplin lange Zeit den Herren der Schöpfung vorbehalten. Während der Stabhochsprung für sie bereits von Beginn der neuzeitlichen Olympischen Spiele 1896 an fest dazugehörte, hatten die Frauen ihre olympische Stabhochsprung-Premiere erst bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney.

Der Stabhochsprung wie er heute zumeist praktiziert wird, wurde in Amerika entwickelt und viele der damals aufgestellten Regeln gelten noch heute: Ziel des Athleten ist nach wie vor, nach einem Anlauf den Stab in einen Einstichkasten zu stechen und sich dann vom Pendelschwung des gespannten Stabes über eine Latte katapultieren zu lassen, um auf der anderen Seite sicher – zunächst im Sand, später dann auf dicken Matten – zu landen. In der Luft drückt sich der Athlet mit dem Stab ab, lässt ihn los, dreht sich und überquert die Latte bäuchlings.

Geändert hat sich im Laufe der Jahre vor allem das Material des Stabes. War dieser anfangs noch aus schwerem Holz, kamen um die Jahrhundertwende leichte Bambusstäbe und Aluminiumstäbe in Gebrauch. Heute verwenden die Sportler Glasfiberstäbe, deren Länge und Dicke dem jeweiligen Springer angepasst sind. Die 4,5 Meter lange Latte wird seitlich auf zwei Sprungständern aufgelegt und fällt somit sehr leicht herunter. Seit 1998 ist es verboten, die schwingende Latte mit den Händen zu fixieren, genauso, wie das Nachfassen mit der Hand nach Verlassen des Bodens (Klettern).

Jeder Springer hat für die festgelegte Höhe drei Versuche zur Verfügung. Scheitern alle drei Versuche, egal bei welcher Sprunghöhe, wird der Springer disqualifiziert. Nach einem oder auch zwei Fehlversuchen ist es ihm aber gestattet auf weitere Versuche zu verzichten und bei der nächsten Höhe wieder mit einzusteigen. Bei einem Gleichstand zählen allerdings auch die Fehlsprünge bei der jeweiligen Höhe und der Sportler mit den wenigsten Versuchen gewinnt.

Die Lattenhöhe wird in Zentimetern in der Mitte der Latte an der Oberkante gemessen, da ein leichtes Durchhängen (bis zu 3 cm) erlaubt ist. Sollte der Stab eines Springers beim Versuch die Latte zu überqueren brechen, so gilt dies nicht als Fehlversuch und der Athlet erhält eine weitere Chance. Der Stabhochsprung zählt zu den technisch anspruchsvollsten Disziplinen der Leichtathletik.

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