Disziplinen, Wissenswertes

Der Siebenkampf

14. März 2009 | David May

Siebenkampf @ wikipedia

Der Siebenkampf der Frauen ist das Gegenstück zum Zehnkampf der Männer und ist damit die Königsdisziplin in der Leichtathletik der Frauen. An zwei aufeinander folgenden Tagen müssen die Athletinnen ihre Ausdauer, Vielseitigkeit und Willenskraft unter Beweis stellen.

„Ein halbes Leben in zwei Tagen“ – so beschreiben viele Profisportlerinnen die aufregenden Stunden des Siebenkampfs, in denen sich nicht selten Freude, Tränen, Hoffnung, Wut und Entschlossenheit abwechseln. Sowohl körperlich wie auch geistig wird den Athletinnen in dieser Disziplin einiges abverlangt.

Schon in der Antike gehörten Mehrkämpfe wie der Fünfkampf, der so genannte Pentathlon, fest ins Programm der Olympischen Spiele und so war neben dem anfänglich von den Frauen noch ausgeführten Dreikampf, in der Neuzeit der Fünfkampf der Damen der Vorläufer des modernen Siebenkampfs. Schon bevor der Fünfkampf 1928 zur olympischen Disziplin erhoben wurde, kämpften die Frauen in diesem Wettbewerb an zwei Tagen um den Sieg in dieser Königsklasse. 1981 wurde der Fünfkampf dann vom Siebenkampf abgelöst, wobei vor allem die Athletinnen aus den Ostblockstaaten, allen voran aus der DDR, große Erfolge in dieser Disziplin feiern konnten.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden dann immer mehr Leichtathletikdisziplinen auch für Frauen zugelassen, was dazu führte, dass die Damen sich heute auch beim Zehnkampf beweisen dürfen. Seit 2005 werden in dieser Disziplin auch die Weltrekorde der Frauen von der IAAF, dem Dachverband der internationalen Leichtathletikvereinigung, gelistet. Auf internationaler Ebene dominiert bis jetzt allerdings weiterhin der Siebenkampf die Mehrkämpfe der Frauen.

Die Wertung erfolgt, wie beim Zehnkampf der Männer, durch die Summe der Einzelergebnisse, angelehnt an ein Punktesystem, dass sich an den Weltrekorden in den jeweiligen Einzeldisziplinen orientiert und 1985 letzte Änderungen erfahren hat. In den Einzelwettkämpfen gelten die Regeln der IAAF. Ein Nicht-Antreten einer Sportlerin in einer der Disziplinen hat automatisch die Disqualifikation zur Folge. Um mit den Weltbesten in im Siebenkampf mithalten zu können, sollte man heutzutage ca. 6000 Punkte erringen.

Am ersten Tag des Wettkampfes messen sich die Frauen beim 100-Meter-Hürden-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen und einem 200-Meter-Lauf. An Tag zwei stehen Weitsprung, Speerwerfen und ein 800-Meter-Lauf auf dem Programm. Dabei wird bei jedem Wetter hart um jeden Zentimeter, jede Sekunde und jeden Punkt gekämpft. Besonders die technisch anspruchsvollen Disziplinen, wie der Hürden-Lauf oder das Speerwerfen, erhöhen den psychischen Druck, der durch lange Wartezeiten zwischen den Einzeldisziplinen noch zusätzlich gesteigert wird. Neben Vielseitigkeit, Kraft, Koordinationsvermögen, Ausdauer und körperlicher Fitness ist also auch eine gewisse nervliche Konstitution von Nöten, um die zwei anstrengenden Wettkampftage zu überstehen. Schon ein Patzer in einer Disziplin kann im Ringen um Sieg oder Niederlage von entscheidender Bedeutung sein.

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