Disziplinen, Wissenswertes
Der Marathon
11. April 2009 | David May
Marathon @ wiki
Der Marathonlauf, der seinen Ursprung in einer Legende hat, hat sich heute zu einem publikumswirksamen Massenspektakel gemausert. Dabei erfreut sich diese Leichtathletikdisziplin nicht nur bei Profisportlern und Olympioniken sondern zunehmend auch bei Hobbyläufern großer Beliebtheit.
Die Legende besagt, dass 490 vor Christus ein Bote von der Schlacht bei Marathon in Athen eintrifft und mit den Worten „Freut euch, wir haben gesiegt“ die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Übermacht der Perser verbreitet, bevor er vor Erschöpfung tot zusammenbricht. Gott sei Dank sind solch dramatische Szenen bei heutigen Marathonläufen zur Seltenheit geworden.
Langstreckenläufe bereits waren Ende des 18. Jahrhunderts zu einem beliebten Spektakel geworden, wobei die zurückgelegten Distanzen noch stark variierten, da es keinen allgemeingültigen Konsens gab. Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen bestritten die Langstreckenläufer im Gedenken an die antike Legende die gleiche Distanz, wie viele hundert Jahre vor ihnen der griechische Bote: die Strecke von Marathon nach Athen (etwa 40 Kilometer). Damit war der Marathonlauf von Beginn an fester Bestandteil der olympischen Disziplinen. Wie genau nun die vom internationalen Verband für Leichtathletik (IAAF) 1921 festgelegte Strecke von 42,195 km zustande kam, darüber streiten sich bis heute die Gelehrten. Wahrscheinlich wurde die bis dahin übliche Distanz von etwa 40 Kilometern anlässlich der Olympischen Spiele 1908 in London erweitert, damit der Lauf genau vor der königlichen Loge bei Schloss Windsor gestartet werden konnte.
In der Geschichte des Marathonlaufes spielten sich immer wieder teils dramatische Szenen ab, die dem legendären Ursprung dieser Disziplin alle Ehre machen und wahrscheinlich ihren Anteil an der Beliebtheit dieses Sportes haben. Vor allem die anfängliche Regelung, die ein Verbot der Wasseraufnahme während des Laufs vorsah, sorgte für tragische Zwischenfälle durch Dehydrierung. So wurde der Italiener Dorando Pietri bei seinem Zieleinlauf im Rahmen der Olympiade von 1908 in London nach mehreren Stürzen von mitleidigen Zuschauern die letzten Schritte über die Zielgerade getragen. Sein Sieg wurde ihm im Nachhinein aberkannt.
Heute finden überall auf der Welt zahlreiche nationale und internationale Marathonläufe statt, wobei die Anzahl der Teilnehmer seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts stetig steigt. Immer mehr Menschen finden Freude an diesen Massenveranstaltungen, bei denen meist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme zählt. Vor einer Teilnahme an einem offiziellen Marathon liegt allerdings eine sorgfältig ausgearbeitete und lange Trainingsphase, denn ohne entsprechende Vorbereitung drohen schwere Gesundheitliche Probleme. Trainierte Marathonläufer verfügen über eine optimale Selbsteinschätzung und haben gelernt, ihre Kräfte für diese lange Strecke einzuteilen.


