Disziplinen, Wissenswertes
Der Hochsprung
5. März 2009 | Leichtathletik-in.de
Hochsprung © flickr/jeaninebesemer
Ganz hoch hinaus geht es in dieser Disziplin, dabei sind die Regeln hier sehr einfach: Je höher desto besser. Einzige Bedingung: der Absprung darf nur mit einem Fuß erfolgen. Ansonsten sind der Technik der Athleten keine Grenzen gesetzt, was sich in den zahlreichen Sprungvariationen über die Jahre manifestierte.
Bereits 1896 bei den Olympischen Spielen in Athen gehörte der Hochsprung bei den Herren fest zum Programm, seit 1928 gilt das auch für die Damen. Der Ursprung dieser Disziplin liegt angeblich bei den Kelten und schon 1865 wurden in England allgemeingültige Regeln für den Hochsprung festgelegt, die sich über die Jahre eigentlich kaum verändert haben. Schon damals hatte jeder Athlet drei Versuche die jeweils festgeschriebene Höhe zu überwinden. Die Art und Weise, wie der Hochspringer die vier Meter lange Latte bewältigt, war und ist bis heute jedem selbst überlassen. Einzige Regel: es darf nur mit einem Fuß abgesprungen werden.
Aufgrund dieser Freiheiten in der Sprungart kam es im Laufe der Zeit zur Entwicklung vieler verschiedener Techniken: Kreuzschnepper, Schersprung, Rückenroller, Tauchroller und Parallelwälzer bezeichnen lediglich eine Auswahl der bis in die 1970er Jahre hinein üblichen Sprungtechniken. Ob in der Hocke, mit den Füßen voran oder in der Bauchlage, im Hochsprung war lange Zeit Abwechslung garantiert, so dass die Techniken immer ausgereifter wurden und somit immer größere Höhen überwunden werden konnten.
Eine Revolution im Hochsprungsport bot 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko City der Athlet Dick Fosbury, der nach einem bogenförmigen Anlauf seinen Körper drehte und somit die Latte zuerst mit Schultern und Rücken überwand und dann die Füße nachzog. Diese Technik, die heute unter der Bezeichnung Fosbury-Flop weit verbreitet ist und von fast allen Profisportlern angewandt wird, war damals völlig neu und damit eine Sensation und brachte ihrem „Erfinder“ eine Goldmedaille ein. Die meisten Athleten wenden heute eine Kombination aus zwei Weiterentwicklungen des ursprünglichen Flops an. Beim so genannten Speedflop springt man mit einer sehr hohen Anlaufgeschwindigkeit ab, während die Kraft beim Powerflop aus dem Absprung selbst entwickelt wird.
Eine besondere Schwierigkeit im Hochsprung liegt in der Aufhängung der zwei Kilogramm schweren Latte. Diese ist auf zwei seitliche Ständer aufgelegt und äußerst berührungsempfindlich. Die Höhe wird immer in ganzen Zentimetern an der Oberkante der Lattenmitte gemessen, da diese manchmal bis zu zwei Zentimeter durchhängt. Jeder Athlet hat drei Versuche, die Latte in einer bestimmten Höhe zu überqueren, wobei bei Gleichständen derjenige mit den wenigsten Versuchen gewinnt.
Mit der andauernden Verbesserung der Sprungtechniken werden bei den Männern mittlerweile Höhen von über 2,40 Metern und bei Frauen 2,05 Metern überwunden.



Rosemarie Straub am 28. Juli 2009 23:33
meine frage an sie:
wie lange hat ein Athlet Zeit ,den begonnenen versuch auszuführen,wenn er an der latte vorbeiläuft.früher dreimal ,so viel ich weiß ,gibt es jetzt eine zeitvorgabe.
Leichtathletik-in.de am 4. August 2009 04:33
Die Zeit ist bei Wettkämpfen begrenzt und zwar ist dies abhängig von der Anzahl der Wettkämpfer.
Ein einzelner hat bis zu zwei Minuten Zeit für jeden Versuch, bei bis zu drei Wettkämpfern sind es 1,5 Minuten pro Person und Versuch und bei mehr als drei Teilnehmern darf sich jeder höchstens 1 Minute für einen Versuch Zeit lassen.
Wie Sie richtig sagten hat man 3 Versuche pro Sprung.